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Für die IG Metall Ingolstadt steht aktuell die Sicherung der Arbeitsplätze und damit die Sicherung der Zukunftsfähigkeit der Unternehmen im Mittelpunkt. Vor diesem Hintergrund informierten der Erste und die Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Ingolstadt, Bernhard Stiedl und Tamara Hübner, über die aktuelle wirtschaftliche Lage der Metall- und Elektroindustrie in der Region.

Ingolstadt, 22.07.2020. Die coronabedingte Wirtschaftskrise ist auch an der Region Ingolstadt nicht spurlos vorübergegangen und wird Beschäftigte und Unternehmen weiter fordern. Dennoch zeigt sich die Region Ingolstadt mit einem relativ robusten Arbeitsmarkt. Der Zuwachs an Arbeitslosen liegt mit 1,1 % hinter dem bundes- bzw. bayernweiten Durchschnitt von 1,3 %. „Das Mittel der Kurzarbeit hat hierbei Schlimmeres verhindert“, so Bernhard Stiedl. „Auch wenn die Zahlen der Personen in Anzeige von Kurzarbeit mit über 85.000 sehr hoch erscheinen, ist die tatsächliche Zahl niedriger“, so der Erste Bevollmächtigte. Dennoch befürchtet die IG Metall, dass das Thema Kurzarbeit nach wie vor in der Region präsent sein wird. „Teilweise haben die Unternehmen während der Krise alte bzw. bestehende Aufträge abgearbeitet. Diese reißen nun ab“, gibt die Zweite Bevollmächtigte, Tamara Hübner, zu bedenken. Der Konjunkturspiegel der IG Metall bestätigt dieses Bild. Zudem erhalten immer mehr Unternehmen Liquiditätshilfen vom Staat. Deutschlandweit sind es mittlerweile 9,1 % der Unternehmen aus der Metall- und Elektroindustrie.

Laut IG Metall Ingolstadt befinden oder befanden sich 46 Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie in der Region Ingolstadt in Kurzarbeit. In 32 dieser Unternehmen konnte eine Betriebsvereinbarung zur Kurzarbeit geschlossen werden. Diese sichert den Beschäftigten eine Aufstockung auf durchschnittlich 85 %. In der Krise zeigt sich, dass Beschäftigte mit Tarifvertrag eine deutlich höhere Aufstockung erhalten als ohne. Gleiches gilt für die Arbeitsplatzsicherheit. Die IG Metall Ingolstadt konnte durch den Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen in der Krise für 47.000 Beschäftigte eine Beschäftigungssicherung erwirken. Ein besonderes Augenmerk müsse laut IG Metall auf Beschäftigte mit niedrigerem Einkommen gelegt werden. Diese sind während der Krise prozentual von höheren Einschnitten betroffen. „Die Menschen dürfen in der Krise nicht abgehängt werden“, so Bernhard Stiedl.

Der von der Automobilindustrie geprägte Standort Ingolstadt war aber bereits vor der Krise in schwierigem Fahrwasser. Die Transformation zur Elektromobilität beschert Unternehmen und Beschäftigten dabei doppelte Härte. Als Begleiterscheinung zur Krise haben sich die Prozesse bei der Digitalisierung zusätzlich enorm beschleunigt. „Es ist unser Ziel, dafür zu sorgen, dass diese Turbo-Digitalisierung nicht zulasten der Beschäftigten geht“, mahnt Tamara Hübner. Es wäre zwar ein Fehler, jetzt bei der Transformation vom Gas zu gehen, es müsse aber sichergestellt werden, dass die Beschäftigten dementsprechende Qualifizierungsmaßnahmen erhielten und die Mitbestimmung insbesondere bei diesem Thema voll zum Tragen komme, so die Zweite Bevollmächtigte.

Nach Auffassung der IG Metall, wird es keine zeitnahe Entspannung auf dem Arbeitsmarkt geben. Es werden Anstrengungen aller Beteiligten von Nöten sein, um die Krise zumindest einigermaßen schadlos zu überstehen. Die IG Metall ist bereit, ihren Teil zu Arbeitsplatzsicherheit und Stabilität beizutragen. Dafür signalisiert sie Gesprächsbereitschaft mit den Unternehmen. Die IG Metall steht für gute Arbeit und gutes Leben – dieser Grundsatz, für unbefristete, tariflich abgesicherte, gut bezahlte, qualifizierte und mit Perspektive ausgestattete Arbeitsplätze zu kämpfen, gilt nach wie vor – auch in solch einer Krisensituation. „Die Tarifverträge bieten genügend Instrumente, mit denen wir Unternehmen stützen und gleichzeitig Beschäftigung sichern können“, so Bernhard Stiedl.