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Die IG Metall Ingolstadt begrüßt den gestrigen Beschluss des Autogipfels und die darin beschlossenen Hilfen von 3 Mrd. Euro. „Das ist ein zukunftsweisendes Signal für Stabilität und Beschäftigungssicherung in der Automobilbranche unter Berücksichtigung des Klimaschutzes und ein guter Impuls für die langfristige Bewältigung der Transformation“, so Bernhard Stiedl, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ingolstadt. Gleichzeitig ist es aus Sicht der IG Metall Ingolstadt notwendig, bei der Förderung anderer Technologien die Bemühungen zu intensivieren.

Besonders betont Stiedl im Nachgang des Autogipfels: „Die Konkretisierung der Bundesregierung zur ausschließlichen Unterstützung der Zulieferindustrie mit bereits vorab veranschlagten 2 Mrd. Euro ist ein wichtiges Signal für diesen Bereich. Die Zulieferer – meist kleiner und mittelständische Unternehmen mit vielen Arbeitsplätzen – sind am stärksten von der Transformation betroffen. Da ist Hilfe am notwendigsten.“

Die IG Metall Ingolstadt sieht aber noch Handlungsbedarf bei der Unterstützung neuer Technologien. Das weltweite Rennen um eine ressourcenschonende und klimaneutrale Industrie hat längst begonnen. Aus Sicht der IG Metall kommt dabei der Wasserstofftechnologie eine Schlüsselrolle zu. „Um eine internationale Marktposition zu sichern, müssen wir hier die nationalen Anstrengungen verstärken. Das könnte gute Arbeitsplätze für die Zukunft sichern“, so Bernhard Stiedl, Erster Bevollmächtigter der IG Metall.

Die Bundesregierung will Wasserstoff zu einem zentralen Bestandteil der Dekarbonisierungsstrategie machen. Mit dieser Strategie soll die Wasserstofftechnologie wettbewerbsfähig gemacht werden. Zentraler Bestandteil ist die Wasserstoffgewinnung aus regenerativen Energien. Auch die IG Metall ist von dieser Strategie überzeugt, sieht allerdings Nachholbedarf bei der Umsetzung.

Nach Auffassung der IG Metall muss die Bundesregierung deutlich stärker den Aufbau von Wasserstoffproduktionsanlagen forcieren. Die deutschen Energietechnikunternehmen brauchen Referenzprojekte im Heimatmarkt, um dann auch im Export erfolgreich zu sein. Auch müssen deutlich mehr Windkraftanlagen gebaut werden, um den für die Wasserstoffproduktion erforderlichen Strom zu liefern.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Stahlindustrie, die für über 30 Prozent der CO2-Emissionen in der Industrie verantwortlich ist. Aus diesem Grund ist der IG Metall der bloße Prüfauftrag einer Nachfragequote für grünen Stahl, der im Konjunkturprogramm erwähnt wird, nicht aussagekräftig genug. Für einen Markthochlauf muss es kraftvolle Impulse geben, die eine industrielle Produktion unter den Bedingungen der Dekarbonisierung vorantreiben. „Helfen könnte beispielsweise, wenn Autohersteller sich zur Erreichung ihre CO2-Flottengrenzen die Verwendung „grünen Stahls“ für den Bau ihrer Fahrzeuge anrechnen lassen könnten“, schlägt Bernhard Stiedl vor.

Aber auch in der Luftfahrt, im Bahnverkehr oder bei der Schifffahrt dürfen die Möglichkeiten der Brennstoffzellentechnologie nicht aus den Augen verloren werden, fordert die IG Metall. Insbesondere für Ingolstadt als „Wasserstoff-Region“ birgt die grüne Technologie große Entwicklungsmöglichkeiten für die Zukunft. Ziel der IG Metall ist es, die Potenziale der Wasserstofftechnologie zu nutzen, um langfristig Arbeitsplätze zu sichern und neue Arbeitsplätze zu schaffen.