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„Der Schutz vor Infektionen hat oberste Priorität“, so Bernhard Stiedl, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ingolstadt. Verantwortlich für die Realisierung sind die Arbeitgeber, aber auch Betriebsräten*innen fällt eine wichtige Rolle bei der Umsetzung der Standards zu. „Zentral ist die Beteiligung der Beschäftigten bei der Umsetzung der Maßnahmen“, ergänzt die Zweite Bevollmächtigte Tamara Hübner.

Ingolstadt, 24.04.2020. In der Region Ingolstadt wollen einige Betriebe, darunter die AUDI AG, die Produktion wieder aufnehmen. Damit arbeiten ab Montag wieder viele Kolleginnen und Kollegen in den Werkshallen und Büros.  „Voraussetzung für den Hochlauf der Betriebe ist die Einhaltung der Standards für den Gesundheitsschutz. Ob in der Werkshalle, im Außendienst oder im Büro: Die Beschäftigten müssen ausreichend gegen das Infektionsrisiko geschützt werden. Für die IG Metall Ingolstadt hat der Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz oberste Priorität“, sagte Bernhard Stiedl, Erster Bevollmächtigter.

Die wichtigsten Maßnahmen zum Gesundheitsschutz hat die IG Metall jetzt in einem Eckpunktepapier zusammengestellt. Dieses Papier hilft Betriebsräten bei der Umsetzung des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz. Dabei geht es – in dieser Rangfolge – um technische Maßnahmen wie Trennwände oder Abstandsmarkierungen, um organisatorische Maßnahmen wie versetzte Arbeits- und Pausenzeiten sowie um personenbezogene Maßnahmen, etwa persönliche Schutzausrüstung. Besonders effektiv durch eine größere Schutzwirkung ist die Kombination verschiedener Maßnahmen.

Erste Erfahrungen zum Beispiel bei Airbus in Manching zeigen, dass durch ein abwechselndes Schichtsystem die Kontakte der Beschäftigten untereinander deutlich reduziert werden konnten.

Beim Arbeits- und Gesundheitsschutz sind zunächst die Arbeitgeber in der Pflicht. Sie müssen laut Arbeitsschutzgesetz die nötigen Mittel und Instrumente für die Prävention bereitstellen. „Die Arbeitgeber sind verantwortlich, die Arbeit so zu organisieren und technische Mittel so zu nutzen, dass Abstands- und Hygieneanforderungen eingehalten werden“, sagte Stiedl.

Dem Betriebsrat kommt im Rahmen der Mitbestimmung beim Gesundheitsschutz eine entscheidende Rolle zu. „Der Betriebsrat hat ein Initiativrecht und kann Schutzmaßnahmen einfordern und mit den Beschäftigten Lösungen entwickeln“, sagte Tamara Hübner, Zweite Bevollmächtigte in Ingolstadt. „Die besten Maßnahmen entfalten aber nicht die gewünschte Wirkung, wenn die Beschäftigten nicht hinreichend einbezogen werden“, so Hübner weiter. Eine systematische und umfassende Unterweisung ist der Schlüssel für erfolgreiche Prävention. Diese Vorkehrungen müssen auch die Fahrt zur und von der Arbeit einschließen.

Die IG Metall hat sehr früh auf bundesweit einheitliche Standards zum Gesundheitsschutz gedrungen. In die Arbeitsschutzstandards, die das Bundesarbeitsministerium in der vergangenen Woche vorgelegt hat, sind auch Empfehlungen der IG Metall eingeflossen. Die jetzt von der IG Metall zusammengestellten Eckpunkten zur Corona-Prävention im Betrieb konkretisieren das Regierungspapier für die Branchen im Organisationsbereich der Gewerkschaft.