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Ingolstadt, 30.07.2020. Knapp 12.000 Soldaten sollen nach Wunsch des amerikanischen Präsidenten aus Deutschland abgezogen werden. „Das transatlantische Bündnis wird mit dieser Entscheidung auf eine harte Probe gestellt“, ordnet der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Ingolstadt, Bernhard Stiedl, die Entscheidung ein. „Damit wird aus unserer Sicht auch die Vereinbarung zur nuklearen Teilhabe in Deutschland vonseiten Amerikas in Frage gestellt. Vor diesem Hintergrund ist eine Neubewertung der Tornado-Ersatzbeschaffung, mit dem Ziel die nukleare Teilhabe zu sichern, dringend geboten,“ so Stiedl weiter.

Derzeit favorisiert das Verteidigungsministerium eine Split-Lösung, bei der in einem Umfang von ca. 8 Mrd. Euro das amerikanische Kampfflugzeug F-18 vom Airbus-Konkurrenten Boeing gekauft werden soll. „Diese Entscheidung hat direkten Einfluss auf die Luftfahrt-Standorte in Deutschland und schwächt den Technologie-Standort,“ so der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Airbus Defence and Space, Thomas Pretzl. „Der Eurofighter und seine Weiterentwicklung bildet die Technologie-Brücke zum FCAS  (Future Combat Air System) Projekt und ist damit integraler Bestandteil einer europäischen Luftfahrtstrategie, die wir damit aufs Spiel setzen,“ so Pretzl weiter.

Andreas Domke, IG-Metall-Vertrauenskörperleiter bei Airbus in Manching, zeigt sich auch besorgt über den gleichzeitigen Stellenabbau bei Airbus: „Am Standort Manching ist in den meisten Bereichen die Arbeitsauslastung sehr hoch. Ein Stellenabbau verschärft diese Situation noch mehr. Mit einer Entscheidung für den Eurofighter könnte die Bundesregierung nicht nur den Technologie-Standort stärken, sondern auch langfristig in Manching und ganz Deutschland Arbeitsplätze sichern.“

Aus Sicht der IG Metall ist die Abzugsentscheidung Trumps ein weiteres Argument für die Bundesregierung, die Tornado-Ersatzbeschaffung europäisch zu lösen. „Der amerikanische Truppenabzug, die Corona bedingte Krise in der Luftfahrtindustrie und der geplante Stellenabbau bei Airbus sollten der Verteidigungsministerin eigentlich genug Gründe liefern, die Entscheidung zu überdenken“, so der Erste Bevollmächtigte.