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Oberbürgermeister und IG Metall Ingolstadt wenden sich mit gemeinsamem Schreiben an die Bundeskanzlerin

In einem abgestimmten Schreiben zur Zukunftssicherung des Industriestandortes Ingolstadt wenden sich der Oberbürgermeister der Stadt Ingolstadt sowie die Betriebsratsvorsitzenden von Audi und Airbus, auf Initiative der IG Metall Ingolstadt, an die Bundeskanzlerin.

Ingolstadt, 14. November 2019. Der Industriestandort Ingolstadt steht mitten in der Transformation. Wie die Unterzeichner des Schreibens herausstellen, wird die Region Ingolstadt als Automobil- und Luftfahrt-Standort besonders von den Auswirkungen betroffen sein. Die Vertreter von Gewerkschaft, Politik und den Betriebsräten sind sich einig, dass jetzt die richtigen Weichen durch Politik und Wirtschaft gestellt werden müssen, damit auch in Zukunft gute Arbeitsplätze in Ingolstadt gehalten werden können.

Bernhard Stiedl, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ingolstadt: „In der Region Ingolstadt stehen wir momentan, was die Arbeitsmarktlage betrifft, noch sehr gut da. Wir dürfen aber nicht den Fehler machen und uns auf unseren Lorbeeren ausruhen. Jetzt müssen die richtigen Investitionen getätigt werden.“ Die neu formierte Allianz fordert die Bundesregierung in ihrem Schreiben zum Handeln auf und benennt die wichtigsten Felder. Neben der von Oberbürgermeister Christian Lösel geforderten nationalen Technologie-Strategie, wird auch das Transformations-Kurzarbeitergeld oder eine andere Förderung die ähnlich punktgenau die Weiterbeschäftigung und Qualifizierung der Beschäftigten in den Betrieben fördert, angeregt. „Wir unternehmen gemeinsam größte Anstrengungen, um gute – und vor allem auch fair bezahlte – Arbeitsplätze am Standort zu erhalten und um neue, zukunftsorientierte Arbeitsfelder zu ergänzen. Wir setzen auf neue Technologien, die bei uns entwickelt werden sollen. Dafür brauchen wir staatliche Förderung und Unterstützung durch die Bundesregierung. Gerade die Mobilitätsformen der Zukunft bieten für uns hervorragende Chancen. Damit wollen wir garantieren, auch für unsere Kinder und Enkel ein attraktiver Arbeits- und Wohnort zu bleiben“, so Oberbürgermeister Dr. Christian Lösel.

Der Wandel zur E-Mobilität verlangt neues Knowhow in den Betrieben und infrastrukturelle Maßnahmen im öffentlichen Raum. „Als Projektregion für das autonome Fahren gibt es hier wichtige Felder, die wir berücksichtigen müssen,“ so Peter Mosch, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der AUDI AG: „Sowohl im Bereich der Weiterbildung und Qualifizierung, der künstlichen Intelligenz als auch in der Sensortechnik, wie der Bio-Sensorik, der Bio-Robotik oder Fahrzeugsensorik können – mit der richtigen Förderung – erhebliche Potentiale genutzt werden.“ Beispielsweise müsse der Ausbau eines flächendeckenden 5G-Netzes in der Region schnell vorangetrieben werden.

Einen besonderen Schwerpunkt legen die Unterzeichner auf das Thema „Urban Air Mobility“. Diese Technologie birgt besonderes Potential für die Region Ingolstadt und für den gesamten Industriestandort Deutschland. „Es ist von großer Bedeutung, hier die bestehende Innovationsführerschaft bei Airbus in Manching auszubauen“, betont der Betriebsratsvorsitzende von Airbus in Manching, Thomas Pretzl. Auch andere europäische Regionen werden mit starken nationalen Subventionen in Stellung gebracht. „Ein europäisches Zentrum zur Urban Air Mobility in Ingolstadt und Manching sollte unser gemeinsames Ziel sein. Dafür benötigen wir jetzt die Hilfe der Bundesregierung“, ergänzt Pretzl.

Der gemeinsame Brief kann als Weckruf verstanden werden. Es geht den Beteiligten darum, die Region Ingolstadt auch für die Zukunft gut aufzustellen. Hierfür sind gemeinschaftliche Anstrengungen notwendig, die nun dringend angepackt werden müssen.

 

Personen auf dem Foto von links vorne:
Peter Mosch (Gesamtbetriebsratsvorsitzender AUDI AG), Bernhard Stiedl (Erster Bevollmächtigter IG Metall Ingolstadt), Dr. Christian Lösel (Oberbürgermeister der Stadt Ingolstadt), Thomas Pretzl (Gesamtbetriebsratsvorsitzender Airbus Defence and Space)
Von links hinten:
Jörg Schlagbauer (stellvertretender Betriebsratsvorsitzender AUDI AG), Tamara Hübner (Zweite Bevollmächtigte IG Metall Ingolstadt)